• Privatdozent Dr. Christoph Brüning SS 2003


  •   
  • FileName: verwrI-skript.pdf [read-online]
    • Abstract: Privatdozent Dr. Christoph Brüning SS 2003Allgemeines Verwaltungsrecht IVorlesungsplanA. Verwaltung im Zusammenhang der Staatsfunktionen§1 Verwaltungstätigkeiten der „vollziehenden Gewalt“

Download the ebook

Privatdozent Dr. Christoph Brüning SS 2003
Allgemeines Verwaltungsrecht I
Vorlesungsplan
A. Verwaltung im Zusammenhang der Staatsfunktionen
§1 Verwaltungstätigkeiten der „vollziehenden Gewalt“
§2 Träger öffentlicher Verwaltung im Bundesstaat: Staatsverwaltung, Selbstverwaltung
§3 Das Recht der Verwaltung
§4 Verwaltungssteuerung durch „Gesetz und Recht“
§5 Gesetzesbindung und Gestaltungskompetenzen der Verwaltung
B. Grundzüge der Verwaltungsrechtsverhältnisse
§6 Rechtssubjekt und subjektive Rechte
§7 Verwaltungsverfahren, Verwaltungsentscheidung, Verwaltungsvollstreckung
§8 Handlungsformen – Rechtsschutzformen (Überblick)
C. Der Verwaltungsakt
§9 Regelungsbereiche und Regelungsgehalte
§ 10 Formtypik des Verwaltungsaktes
§ 11 Zulässigkeitsvoraussetzungen
§ 12 Nebenbestimmungen zu Verwaltungsakten
§ 13 Fehler und Fehlerfolgen bei Verwaltungsakten
§ 14 Die Rücknahme von Verwaltungsakten
§ 15 Der Widerruf von Verwaltungsakten
§ 16 Die Zusicherung
D. Der öffentlich-rechtliche Vertrag
§ 17 Regelungsbereiche und Regelungs gehalte
§ 18 Zulässigkeitsvoraussetzungen und Zustandekommen
§ 19 Fehler und Fehlerfolgen beim öffentlich-rechtlichen Vertrag
§ 20 Vertragsabwicklung, Vertragsstörungen
§ 21 Annex: Verwaltungsrechtliche Sonderverbindungen
2
Privatdozent Dr. Christoph Brüning SS 2003
Allgemeines Verwaltungsrecht I
Bibliographie
A. Klassische Werke
Fleiner, Fritz, Institutionen des deutschen Verwaltungsrechts, 8. Aufl. 1928 / 2. Neudruck 1963
Forsthoff, Ernst, Lehrbuch des Verwaltungsrechts, 1. Bd.: Allgemeiner Teil, 10. Aufl. 1973
Jellinek, Walter, Verwaltungsrecht, 3. Aufl. 1931, mit Nachtrag 1950 / Neudruck 1966
Mayer, Otto, Deutsches Verwaltungsrecht, 2 Bde., 1895/96, 3. Aufl. 1924 / Neudruck 1969
Peters, Hans, Lehrbuch der Verwaltung, 1949
B. Neuere Lehrbücher und Grundrisse
Achterberg, Norbert, Allgemeines Verwaltungsrecht, 8. Aufl. 2002
Battis, Ulrich, Allgemeines Verwaltungsrecht, 3. Aufl. 2002
Bull, Hans-Peter, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl. 2000
Erichsen, Hans-Uwe/Ehlers, Dirk (Hrsg.), Allgemeines Verwaltungsrecht, 12. Aufl. 2002
Faber, Heiko, Verwaltungsrecht, 4. Aufl. 1995
Götz, Volkmar, Allgemeines Verwaltungsrecht, 4. Aufl. 1997
Huber, Peter-Michael, Allgemeines Verwaltungsrecht, 2. Aufl. 1997
Ipsen, Jörn, Allgemeines Verwaltungsrecht, 2. Aufl. 2001
Martens, Joachim, Die Praxis des Verwaltungsverfahrens, 1985
Maurer, Hartmut, Allgemeines Verwaltungsrecht, 14. Aufl. 2002
Peine, Franz-Joseph, Allgemeines Verwaltungsrecht, 6. Aufl. 2002
Püttner, Günter, Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl. 1995
Schmidt, Rolf/Seidel, Stephanie, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl. 2001
Schmidt-Aßmann, Eberhard, Das allgemeine Verwaltungsrecht als Ordnungsidee, 1998
Schweickhardt, Rudolf (Hrsg.), Allgemeines Verwaltungsrecht, 7. Aufl. 1995
Ule, Carl Hermann/Laubinger, Hans-Werner, Verwaltungsverfahrensrecht, 4. Auflage 1995
Wallerath, Maximilian, Allgemeines Verwaltungsrecht, 5. Aufl. 2000
Weides, Peter, Verwaltungsverfahren und Widerspruchsverfahren, 3. Aufl. 1993
Wolff, Hans J./Bachof, Otto/Stober, Rolf, Verwaltungsrecht I, 11. Aufl. 1999
Wolff, Hans J./Bachof, Otto/Stober, Rolf, Verwaltungsrecht II, 6. Aufl. 2000
Wolff, Hans J./Bachof, Otto/Stober, Rolf, Verwaltungsrecht III, 5. Aufl. 2003
3
Privatdozent Dr. Christoph Brüning SS 2003
C. Studienliteratur und Fallsammlungen
Becker, Fälle und Lösungen zum Verwaltungsrecht, 2002
Bovermann/Dunchheim, Examinatorium Verwaltungsrecht, 1998
Busse, Bartold, Die Methodik der Fallbearbeitung im Verwaltungsrecht, 3. Aufl., 2000
Erichsen, Hans-Uwe, Verwaltungsrecht und Verwaltungsgerichtsbarkeit I, 2. Aufl. 1984
Giemulla, Elmar/Jaworsky, Nikolaus/Müller-Uri, Rolf, Verwaltungsrecht, 6. Aufl. 1998
Hendler, Reinhard, Allgemeines Verwaltungsrecht, 3. Aufl. 2001
Jachmann, Monika, Allgemeines Verwaltungsrecht, 1999
Jeand’Heur, Bernd/Christensen, Ralf, Nordrhein-Westfälisches Verwaltungsrecht, 1995
Koch, Hans-Joachim/Rubel, Rüdiger, Allgemeines Verwaltungsrecht, 2. Aufl. 1992 (Neuauflage in
Vorbereitung)
Peine, Franz-Joseph, Klausurenkurs im Verwaltungsrecht, 2003
Richter, Ingo/Schuppert, Gunnar Folke/Bumke, Christian, Casebook Verwaltungsrecht, 3. Aufl. 2000
Rüfner, Wolfgang/v. Unruh, Georg-Christoph/Borchert, Hartmut, Wiederholungs- und Vertiefungs-
kurs: Öffentliches Recht I, 6. Aufl. 1994
Rüfner, Wolfgang/v. Unruh, Georg-Christoph/Borchert, Hartmut, Öffentliches Recht II, 5. Aufl. 1988
(Neuauflage in Vorbereitung)
Schmalz, Dieter, Allgemeines Verwaltungsrecht und Grundlagen des Verwaltungsrechtsschutzes, 3.
Aufl. 1998
Schmidt-Jortzig, Edzard/Ipsen, Jörn/Heyen, Erk V., 40 Klausuren aus dem Verwaltungsrecht, 6. Aufl.
2002
Schoch, Friedrich, Übungen im öffentlichen Recht II. Verwaltungsrecht und Verwaltungsprozeßrecht,
1992 (Neuauflage in Vorbereitung)
Schwerdtfeger, Gunther, Öffentliches Recht in der Fallbearbeitung, 11. Aufl. 2003
Sproll, Hans-Dieter, Allgemeines Verwaltungsrecht, 2 Bde., 1997/98
Stein, Volker, Fälle und Erläuterungen zum Allgemeinen Verwaltungsrecht/Verwaltungsprozeßrecht,
2001
Uerpmann, Robert, Examens-Repetitorium Verwaltungsrecht mit Verwaltungsprozeßrecht, 2003
Zuleeg, Manfred, Fälle zum Allgemeinen Verwaltungsrecht, 2001
D. Kommentare
Knack, Hans-Joachim (Hrsg.), Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG), 7. Aufl. 2000
Kopp, Ferdinand O./Ramsauer, Ulrich, VwVfG, 8. Aufl. 2003
Meyer, Hans/Borgs-Maciejewski, Hermann, Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Aufl. 1982
Obermayer, Klaus (Hrsg.), Verwaltungsverfahrens gesetz, 3. Aufl. 1999
Stelkens, Paul/Bonk, Heinz J./Sachs, Michael, Verwaltungsverfahrensgesetz, 6. Aufl. 2001
4
Privatdozent Dr. Christoph Brüning SS 2003
Allgemeines Verwaltungsrecht I
Gliederung
A. Verwaltung im Zusammenhang der Staatsfunktionen
§1 Verwaltungstätigkeiten der „vollziehenden Gewalt“
I. Der materielle, formelle und organisatorische Begriff der Verwaltung
II. Zwecktypik der Verwaltungstätigkeiten
1. Ordnungsverwaltung: Überwachung, Intervention, Gefahrenabwehr
- Ausblick: Polizei- und Ordnungsrecht; Bauordnungsrecht; Gewerberecht
2. Leistungsverwaltung: Daseinsvorsorge, zum Beispiel Bereitstellung öffentlicher
Einrichtungen; Subvention; Soziale Sicherung
- Ausblick: Kommunale Einrichtungen i.S.d. §§ 8, 9 GO NW; Sozialrecht
3. Lenkungsverwaltung: Förderung und Steuerung ganzer Bereiche, zum Beispiel
Raumordnung; Wirtschafts-, Wissenschafts- und Kulturinfrastrukturmaßnahmen
4. Abgabenverwaltung: Beschaffung von Geldmitteln
- Ausblick: Steuerrecht; Kommunalabgabenrecht
5. Bedarfsverwaltung: Vorhaltung von Personal- und Sachmitteln
III. Rechtswirkungen der Verwaltungstätigkeiten
1. Eingreifende Verwaltung
2. Leistende Verwaltung
3. Planende Verwaltung
4. Erwerbswirtschaftliche Betätigung
IV. Annex: Zum Zusammenhang von Verwaltungswissenschaft und Verwaltungs-
rechtswissenschaft
Zur Lektüre: Thieme, Werner, Verwaltungslehre, 4. Aufl. 1984, S. 1-10
§2 Träger öffentlicher Verwaltung im Bundesstaat: Staatsverwaltung, Selbstverwaltung
I. Bundesstaatliche Verwaltungsstruktur
1. Bund und Länder als Verwaltungsträger
2. Verwaltungsorganisationen des Bundes und der Länder
dazu: Burgi, Verwaltungsorganisation und Verwaltungsmodernisierung in Nord-
rhein-Westfalen, NWVBl. 2001, S. 1 ff.
3. Die Verteilung der Verwaltungszuständigkeiten gemäß Art. 83 - 91b GG
5
Privatdozent Dr. Christoph Brüning SS 2003
II. Träger mittelbarer Staatsverwaltung
1. Körperschaften
2. Anstalten
3. Stiftungen
4. Beliehene
III. Selbstverwaltung
1. Kommunen: Art. 28 Abs. 2 GG
2. Hochschulen: Art. 5 Abs. 3 GG, Art. 16 Abs.1 NW LVerf
§3 Das Recht der Verwaltung
I. Hoheitliches Verwaltungshandeln
1. Das Verwaltungsrecht als System
a) Allgemeines und Besonderes Verwaltungsrecht
b) Die systemprägende Kraft des Verfassungsrechts
dazu: Schmidt-Aßmann, Das allgemeine Verwaltungsrecht als Ordnungsidee, 1998;
Brüning, Verwaltungsrecht lernen mit System, JURA 2002, S. 316 ff.
2. Innenrecht und Außenrecht
II. Verwa ltungshandeln nach Privatrecht
1. Fiskalische Hilfsgeschäfte
2. Erwerbswirtschaftliche Betätigung
3. Wahrnehmung von Verwaltungsaufgaben
a) Die sog. „Wahlfreiheit“ der öffentlichen Verwaltung
b) Das Verwaltungsprivatrecht
III. Die Abgrenzung des öffentlichen Rechts vom privaten Recht
dazu: Ipsen/Koch, Öffentliches und private Recht - Abgrenzungsprobleme bei der Be-
nutzung öffentlicher Einrichtungen, JuS 1992, S. 809 ff.
§4 Verwaltungssteuerung durch „Gesetz und Recht“
I. Rechtsquellen
1. Die Verfassung
2. Das Gesetz
a) Der dualistische Gesetzesbegriff
b) Das förmliche Parlamentsgesetz
c) Haushaltsgesetz und -plan
3. Abgeleitete Rechtsetzung: Rechtsverordnung
4. Autonome Rechtsetzung: Satzung
5. Verwaltungsvorschriften
dazu: BVerwGE 34, 278 (280); 75, 86 (93): Selbstbindung der Verwaltung;
BVerwG, NVwZ-RR 1996, S. 47
6. Richterrecht
7. Gewohnheitsrecht
6
Privatdozent Dr. Christoph Brüning SS 2003
II. Die Rangordnung der Rechtsquellen
1. Geltungsvorrang - Kollision
2. Bundesrecht und Landesrecht
3. Das Verhältnis von deutschem Recht und europäischem Gemeinschaftsrecht
4. Prüfungs- und Verwerfungskompetenz
III. Verfassungsmäßigkeit der Verwaltung
1. Maßgaben für Organisation und Verfahren
2. Verfassungsaufträge
3. Grundrechtsbindungen gemäß Art. 1 Abs. 3 GG
4. „Gesetz und Recht“ im Sinne des Art 20 Abs. 3 GG
5. Funktionen der Gesetzesbindung
a) Gesetz als Rahmen und Schranke
b) Gesetz als Handlungsgrundlage
c) Gesetz als Programm
BVerfGE 52, 1 (41):
„Nach dem Grundsatz der Gesetzmäßigkeit der Verwaltung und dem Gewaltenteilungsprinzip ist es Auf-
gabe der Exekutive, Gesetze auszuführen. Hieraus ergibt sich für den Gesetzgeber die Notwendigkeit, die
der staatlichen Maßnahme offenliegende Rechtssphäre selbst abzugrenzen.“
BVerfGE 34, S. 52 (59):
„Für das Verhältnis von Legislative und Exekutive bedeutet dies: Im freiheitlich-demokratischen System
des GG fällt dem Parlament als Legislative die verfassungsrechtliche Aufgabe der Normsetzung zu. Nur
das Parlament besitzt die demokratische Legitimation zur politischen Leitentscheidung. Zwar billigt das
GG - wie Art.!80 GG verdeutlicht - auch eine `abgeleitete´ Normsetzung der Exekutive. Diese kann sich
aber nur in einem beschränkten, vom Gesetzgeber vorgezeichneten Rahmen vollziehen.“
IV. Gesetzmäßigkeit der Verwaltung
1. Vorrang und Vorbehalt des Gesetzes
BVerfGE 8, 155 (169):
„Dieser Vorrang des Gesetzes - also die dem Gesetz kraft Verfassungsrecht innewohnende Ei-
genschaft, staatliche Willensäußerungen niedrigeren Ranges rechtlich zu hindern oder zu zerstö-
ren.“
BVerfGE 40, 237 (246 f.; 248 f.):
“Die Bindung der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung an Gesetz und Recht, der Vo r-
rang des Gesetzes also, würden ihren Sinn verlieren, wenn nicht schon die Verfassung selbst ver-
langen würde, daß staatliches Handeln in bestimmten grundlegenden Bereichen nur Rechtens ist,
wenn es durch das förmliche Gesetz legitimiert wird.“
2. Das „Zugriffsrecht“ des Gesetzgebers
3. Aufgaben-, Zuständigkeits-, Befugnisnormen
7
Privatdozent Dr. Christoph Brüning SS 2003
V. Der Vorbehalt des Gesetzes
1. Verfassungsrechtliche Begr ündung
a) Konstitutionelle Tradition: „Eingriff in Freiheit und Eigentum“
b) Demokratisch-parlamentarische Neubestimmung: Grundsatzentschei-
dungen hat das Parlament zu treffen (Wesentlichkeitstheorie)
dazu: BVerfGE 33, 1 - Strafgefangene; 33, 125 (133 ff.) - Facharzt; 47,
46 (78 f.) - Sexualkundeerziehung; 49, 89 (126 f.) - Kalkar; 58, 257 (278)
- Schulentlassung/Versetzung; 68, 1 (108 ff.) - NATO-Nachrüstung/Re-
gierungsvorbehalt?; BVerfGE 98, 218 (252 ff.) - Rechtschreibreform;
Hess. VGH, DVBl. 1990, S. 63 - keine gentechnische Anlage ohne Ge-
setz
c) Der Rechtswert des förmlichen Gesetzes: Legitimation - Verfahrensbin-
dung - Interessenausgleich - Publizität - Geltungskraft
2. Der Umfang des Gesetzesvorbehaltes
a) Unterscheidung von Parlaments- und Rechtssatzvorbehalt
(Wesentlichkeitstheorie; insbes. bei Grundrechtsrelevanz)
dazu: v. Arnim, Zur „Wesentlichkeitstheorie“ des BVerfG, DVBl. 1987,
S. 1241 ff.; Kloepfer, Der Vorbehalt des Gesetzes im Wandel, JZ 1984,
S. 685 ff.
b) Eingriffsvorbehalt
jüngst: BVerfG, NJW 2002, S. 2621 ff. - Glykolwein, und S. 2626 ff.
- Jugendsekte
c) Vorbehalte im Bereich der Leistungsverwaltung
- Belastungswirkung von Leistungen
- Gleichbehandlungsgebot
- Haushaltsgrundlegung
dazu: Jarass, Der Vorbehalt des Gesetzes bei Subventionen NVwZ 1984,
S. 473 ff.
d) Organisationsvorbehalte
dazu: OVG NW, DÖV 1980, S. 528 - Beleihung
e) Verfahrensvorbehalte
dazu: BVerfGE 40, 237 (248 ff.) - Rechtsschutz im Strafvollzug
§5 Gesetzesbindung und Gestaltungskompetenzen der Verwaltung
I. Rechtsanwe ndung der Verwaltung
1. Entscheidungssteuerung: Tatbestands-, Rechtsfolgeseite
2. Regelungsdichte des Gesetzes
3. Verwaltungsgerichtliche Kontrolle
II. Bestimmte und unbestimmte Gesetzesbegriffe
1. Bestimmtheit und Bestimmbarkeit: Problem der Auslegung
2. Verfassungsmäßigkeit unbestimmter Gesetzesbegriffe
3. Die Lehre von den Beurteilungsprärogativen der Verwaltung
a) Kompetenzlage
8
Privatdozent Dr. Christoph Brüning SS 2003
b) Vertretbarkeit oder Unvertretbarkeit von Beurteilungen, Wertungen, Pro-
gnosen; Fallgruppen:
- Prüfungsentscheidungen und sonstige Beurteilungen, dazu: BVerfGE
84, 34
- Entscheidungen pluralistisch besetzter Gremien, dazu: BVerwGE 91,
211 (217, 223) - Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften
- verwaltungspolitische Entscheidungen
- umwelt- und wirtschaftsrechtliche Prognoseentscheidungen
c) Beurteilungsmaßgaben:
Auslegungsdirektiven (Wertungsmaßstäbe), Sachverhaltsermittlung, Be-
urteilungsverfahren, Beurteilungszeitpunkt, Begründung
dazu: BVerwGE 26, 65 (74) - „dienstliches Bedürfnis“; BVerwGE 39,
197 (203 ff.); 77, 75 - GjS; BVerwG, GewArch 1994, S. 324
d) Konsequenzen für Kontrolldichte und Nachprüfbarkeit
III. Ermessen der Verwaltungsbehörden
1. Gesetzliche Ermessensermächtigung; Opportunitätsprinzip
2. Verfassungsmäßigkeit der Einräumung von Verwaltungsermessen
dazu: BVerfGE 9, 137 (146 ff.) - Reugeld im Außenhandelsrecht; BVerfGE 20,
150 (157 f.) - Sammlungsgesetz
3. Ermächtigungstypik
a) Tatbestands- und Rechtsfolgeermessen
b) Entschließungs- und Auswahlermessen
- Beispiel: §§ 14, 16 OBG NW
c) Planungsermessen (Abwägung von „Belangen“)
dazu: BVerwGE 45, 309; 48, 56 (59); 56, 110 (116)
d) Koppelungstatbestände
dazu: BVerwG - GemSen -, BVerwGE 39, 355, zu § 131 AO: „unbillig“;
BVerwGE 40, 353, zu § 3 NÄG: „wichtiger Grund“
4. Ermessensbindung
a) § 40 VwVfG
b) Intendiertes Ermessen?
dazu: BVerwGE 72, 1 (6); 105, 55 (57 f.); ablehnend Borowski, Inten-
diertes Ermessen, DVBl. 2000, S. 149 ff.; grundlegend Papst, Intendier-
tes Ermessen und Normauslegung, VerwArch. 93 (2002), S. 540 ff.
c) Selbstbindung der Verwaltung
dazu: BVerwGE 34, 278 (280 ff.) - Zurückstellung vom Wehrdienst
5. Ermessensfehler
dazu: Alexy, Ermessensfehler, JZ 1986, S. 701 ff.
a) Ermessensüberschreitung
b) Ermessensunterschreitung (- nichtgebrauch)
c) Ermessensfehlgebrauch (- mißbrauch)
6. Ermessensreduktion
dazu: BVerwGE 18, 242 (251 ff.) - Baurecht; BVerwGE 47, 280 (283) - Wahl-
plakate im Wahlkampf; 62, 206 (213) - Aufenthalts-/Asylrecht; Gern, Die Er-
messensreduzierung auf Null, DVBl. 1987, S. 1194 ff.; Di Fabio, Die Ermes-
sensreduzierung, VerwArch 1995, S. 214 ff.
7. Ermessensüberprüfung/-kontrolle, §§ 68 I 1; 114 VwGO
dazu: R. P. Schenke, Das Nachschieben von Ermessenserwägungen - BVerwGE
106, 351, JuS 2000, S. 230 ff.; OVG NW, NWVBl. 2001, S. 435
9
Privatdozent Dr. Christoph Brüning SS 2003
III. Gesetzesfreie Verwaltungstätigkeit
Verwaltungskompetenz ohne gesetzliche Grundlage; Gesetzesbindung bei Ausführung
Zur Lektüre: BVerwG, NJW 1989, S. 2272 - Warnung der Bundesregierung vor Ju-
gendsekten; BVerwG, NJW 1991, S. 1766 - Warnung vor glykolhaltigem Wein; Di Fa-
bio, Grundrechte im präzeptoralen Staat am Beispiel hoheitlicher Informationstätigkeit,
JZ 1993, S. 689 ff.
10
Privatdozent Dr. Christoph Brüning SS 2003
B. Grundzüge der Verwaltungsrechtsverhältnisse
§6 Rechtssubjekt und subjektive Rechte
I. Verwaltungsrechtssubjekte
1. Rechtssubjektivität
a) Zuordnungssubjekt von Rechten und/oder Pflichten durch Rechtssatz
b) Unterscheidung: Rechtssubjektivität - Rechtspersönlichkeit - Rechtsfä-
higkeit
2. Rechtssubjekte
a) Der Mensch. Stufen der Rechtsfähigkeit
b) Juristische Personen. Verwaltungsträger. Teilrechtsfähigkeit
c) Die Rechtsstellung von Behö rden
d) Beteiligungs- und Handlungsfähigkeit: §§ 11 - 13 VwVfG
dazu: Schnapp, Grundbegriffe des öffentlichen Organisationsrechts, Jura 1980,
S. 68 ff.
II. Vertretung und Organschaft, §§ 14 - 21 VwVfG
III. Subjektive Rechte
1. Funktionen des subjektiven Rechts
2. Grundrechte. Ansprüche. Gestaltungsrechte
3. Voraussetzungen eines subjektiven Rechts des Bürgers
a) Rechtssatz, Verwaltungsakt/Zusicherung, öffentlich-rechtlicher Vertrag
b) Verpflichtung eines Verwaltungsträgers
c) Schutznormlehre: (zumindest auch) Schutz der Individualinteressen
d) Bei Ermessensermächtigung: Recht auf fehlerfreie Ermessensentsche i-
dung, gegebenenfalls Ermessensreduktion auf Null
dazu: Hoffmann-Becking, Zum Stand der Lehre vom Recht auf fehle r-
freie Ermessensentscheidung, DVBl. 1970, S. 850; ders., Der Anspruch
auf fehlerfreie Ermessensentscheidung – BVerwGE 39, 235, JuS 1973, S.
617; BVerfGE 60, 16 (41); 69, 161 (169)
4. Abgrenzung zum Rechtsreflex (Begünstigung)
§7 Verwaltungsverfahren, Verwaltungsentscheidung, Verwaltungsvollstreckung
I. Verwaltungsverfahren
1. Vom Verwaltungsverfahren zur Verwaltungshandlung
2. Die Verwaltungsverfahrensgesetze des Bundes und der Länder - Anwendungs-
bereiche
3. Verfahrensarten
a) Einzel-, Massenverfahren
b) Nichtförmliche und förmliche Verwaltungsverfahren
c) Planungsverfahren
d) Mehrstufige Verwaltungsverfahren
e) Rechtsbehelfsverfahren
11
Privatdozent Dr. Christoph Brüning SS 2003
4. Verfahrensablauf
a) Verfahrenseinleitung und -beendigung
b) Verfahrensbeteiligte, Beteiligtenfähigkeit
c) Bevollmächtigte, Beistände, Vertreter
d) Behördenzuständigkeit
5. Verfahrensgrundsätze und Verfahrensrechte
a) Anhörung, § 28 VwVfG
b) Akteneinsicht, § 29 VwVfG
c) Mitwirkungsverbote
d) Untersuchungsgrundsatz
e) Rechtsschutz bei Verfahrenshandlungen
II. Verwaltungsentscheidung
1. Einfache und komplexe Entscheidungen
2. Teil- und Endentscheidungen
3. Form, Begründung, Zustellung
4. Geltungs- und Bestandskraft
III. Verwaltungsvollstreckung
1. Verfahrenszweck
a) Vollziehung von Verwaltungsakten
b) Durchsetzung von Verwaltungsverträgen
2. Rechtsgrundlagen
a) Verwaltungsvollstreckungsgesetz (des Bundes) - VwVG; Gesetz über
den unmittelbaren Zwang bei Ausübung öffentlicher Gewalt durch Voll-
zugsbeamte des Bundes - UZwG
b) Verwaltungsvollstreckungsgesetz für das Land NW - VwVG NW; Poli-
zeigesetz des Landes NW, hie r §§ 50 ff. PolG NW
3. Vollstreckungsarten
a) Vollstreckung wegen Geldforderungen
b) Die Erzwingung von Handlungen, Duldungen oder Unterlassungen
§8 Handlungsformen - Rechtsschutzformen (Überblick)
I. Handlungsformen der öffentlichen Verwaltung für allgemeine Regelungen (gene-
rell - abstrakt)
1. in/für Außenrechtsbeziehungen: Rechtsverordnung, Satzung, Sonderve rordnung
2. in/für Innenrechtsbeziehungen: Verwaltungsvorschrift (= VV, Erlaß oder Richt-
linie)
II. Handlungsformen für besondere Regelungen (speziell - konkret)
1. in/für Außenrechtsbeziehungen
a) Verwaltungsakt (= VA, Verfügung oder Bescheid); Zusicherung; Allge-
meinverfügung
b) Öffentlich-rechtlicher Vertrag
c) Sonstige Willenserklärungen und Realakte
2. in/für Innenrechtsbeziehungen: Einzelweisung
12
Privatdozent Dr. Christoph Brüning SS 2003
III. Rechtsschutzformen
1. Zuständigkeitsbereich der Verwaltungsgerichtsbarkeit, § 40 VwGO
2. Abstrakte Normenkontrolle (§ 47 VwGO)
Begehren: gerichtliche Kontrolle von Satzungen, Rechtsverordnungen des La n-
desrechts
3. Gestaltungsklage: Anfechtungskla ge (§ 42 I VwGO)
Begehren: Aufhebung eines VA
4. Leistungsklage, einschließlich Unterlassungsklage
a) Verpflichtungsklage (§ 42 I VwGO)
Begehren: Erlaß eines VA
b) Allgemeine Leistungsklage
Begehren: Erbringung sonstiger Verwaltungshandlungen, insbesondere
von Realakten
5. Feststellungsklage (§ 43 VwGO)
Begehren: Nichtigkeit eines VA oder Bestehen oder Nichtbestehen eines
Rechtsverhältnisses
13
Privatdozent Dr. Christoph Brüning SS 2003
Anlage zu §§ 1 - 8 der Vorlesung:
Schema für die Prüfung der Rechtmäßigkeit von Verwaltungshandeln
Eine Verwaltungsbehörde handelt (z.B. durch Verwaltungsakt, öffentlich-rechtlichen Vertrag o.ä.).
Lautet die Frage nun: Handelt die Behörde rechtmäßig?, ist in folgenden Schritten zu prüfen:
I. Formelle Rechtmäßigkeit
1. Zuständigkeit der Behörde
2. Verfahren
3. Form
II. Materielle Rechtmäßigkeit
1. Erfordernis einer gesetzlichen Rechtsgrundlage (Ermächtigungsgrundlage) - Vorbehalt
des Gesetzes
a) Unterstellt, der Gesetzesvorbehalt greift nicht ein:
- In dem Bereich, in dem die Verwaltungsbehörde tätig geworden ist, bedarf es
keiner speziellen Gesetzesgrundlage (z.B. in manchen Fällen der Leistungs- und
Bedarfsverwaltung): Überprüfung der Maßnahme anhand der Verfassung.
- Soweit der Gesetzgeber positiv Regelungen getroffen hat, gilt der Vorrang des
Gesetzes: Prüfung anhand des nicht erforderlichen, aber erlassenen Gesetzes.
b) Unterstellt, der Gesetzesvorbehalt greift ein:
Eine Ermächtigungsgrundlage ist erforderlich (insbesondere bei der
Eingriffsverwaltung).
2. Vorliegen einer Ermächtigungsgrundlage
a) Vorliege n einer Vorschrift, die zum Einschreiten ermächtigt
(Abgrenzung z.B. von Zuständigkeitsnormen)
b) Wirksamkeit der Vorschrift
3. Vorliegen der Voraussetzungen der Ermächtigungsgrundlage (= Subsumtion der Tatbe-
standsmerkmale)
4. Untersuchung der vom Gesetz vorgesehenen Rechtsfolge
a) Das Gesetz schreibt eine zwingende Rechtsfolge vor (gebundene Entscheidung).
b) Das Gesetz räumt Ermessen ein: Prüfung, ob die Behörde ihr Ermessen
fehlerfrei ausgeübt hat, insbesondere Verhältnismäßigkeit, Bestimmtheit usw.
14
Privatdozent Dr. Christoph Brüning SS 2003
C. Der Verwaltungsakt
§9 Regelungsbereiche und Regelungsgehalte
I. Dogmengeschichtlicher Überblick
1. Ableitung von „acte administratif“
2. Zur Verwaltungsrechtsdogmatik Otto Mayers, Deutsches Verwaltungsrecht, Bd.
I, 1. Aufl. 1895/3. Aufl. 1924, S. 64 f./93: „... der Verwaltungsakt, ein der Ver-
waltung zugehöriger obrigkeitlicher Ausspruch, der dem Untertanen im Einze l-
fall bestimmt, was für ihn Rechtens sein soll.“
3. Nachfolgebestimmungen
- Entwurf einer Verwaltungsrechtsordnung für Württemberg von 1931, Art. 61:
„Verwaltungsakte im Sinne dieses Gesetzes sind die von einer Verwaltungsbe-
hörde in Ausübung der öffentlichen Gewalt zur Ordnung bestimmter Verhältnis-
se im Einzelfall erlassenen Verfügungen und Entscheidungen. Ausgenommen
sind jedoch Verfügungen und Entscheidungen innerhalb eines besonderen Ge-
waltverhältnisses (Dienstgewalt, Anstaltsgewalt).“
- Militärregierungsverordnung Nr. 165 für die britische Zone, § 25 Abs. 1
4. Geltende Bestimmungen: § 35 VwVfG; § 31 SGB X; § 118 AO
Zur Lektüre: Ossenbühl, Die Handlungsformen der Verwaltung, JuS 1979,
S. 681 ff.; Schenke, Formeller und materieller Verwaltungsaktsbegriff, NVwZ
1990, S. 1009 ff.
II. Rechtssystematische Bedeutung des Verwaltungsakts
1. Materiell-rechtliche Bedeutung
a) Konkretisierung des Rechts, insbesondere des Gesetzes
b) Festlegung und Feststellung der Rechtslage
c) Rechtssicherheit und Rechtsbeständigkeit
Otto Mayer, Deutsches Verwaltungsrecht, Bd. I, 3. Aufl. 1924, S. 93: „... hat unser
Rechtsstaat ... die flutende Masse der Verwaltungstätigkeit eingedämmt durch das Ge -
setz, ... mitten drin fort und fort feste Punkte ..., welche dem Einzelnen Halt gewähren
und ihn darüber sicherstellen, wohin es geht. Die Rechtseinrichtung, die das bewirkt, ist
der Verwaltungsakt, ...“
2. Verfahrensrechtliche Bedeutung
a) Verfahrensabschluß
b) Gestufte Verwaltungsverfahren: Vorbescheid, Teilbescheid, Gesamtbe-
scheid
c) Vorläufige Regelungen
3. Vollstreckungsrechtliche Bedeutung: Der Verwaltungsakt als Vollstreckungstitel
(-grundlage), vgl. § 6 VwVG des Bundes; § 55 VwVG NW; § 50 PolG NW.
4. Prozeßrechtliche Bedeutung
a) Der Verwaltungsakt als traditioneller „Angelpunkt des ganzen Rechts-
schutzs ystems“ (Bachof)
b) Art. 19 Abs. 4 GG; §§ 40 Abs. 1, 42 Abs. 1 i.V.m. 68 ff. VwGO
15
Privatdozent Dr. Christoph Brüning SS 2003
III. Regelungsgehalte von Verwaltungsakten
1. Entscheidungsgehalte und Regelungstypen
a) Normative Anordnung: Gebot, Verbot
b) Rechtsgestaltung: gestaltender Verwaltungsakt, auch privatrechts-
gestaltender VA
c) Feststellung: feststellender Verwaltungsakt
dazu: BVerwG, DÖV 1986, S. 570 f.
d) Vorläufiger Verwaltungsakt: Zwischenregelung
dazu: BVerwGE 67, 99 ff., mit Anm. Tiedemann und Henke, DVBl.
1983, S. 1247 f.; BVerwGE 74, 357 ff.; BSGE 62, 32 ff.; Bockey, Der
vorläufige Verwaltungsakt, JA 1992, S. 161 ff.
2. Entscheidungswirkungen
a) Begünstigung, § 48 Abs. 1 S. 2 VwVfG (Legaldefinition)
b) Belastung, Betroffenheit, Drittbetroffenheit - Gesetzesvorbehalt
c) Verwaltungsakte mit Doppelwirkung
d) für Sachen (rechtsgestaltend: dinglicher VA)
§ 10 Formtypik des Verwaltungsakts
I. Gesetzliche Definition des Verwaltungsakts
1. § 35 S. 1 VwVfG
2. Funktionsbegriff, ungeachtet der Bezeichnung
3. Begriff des Verwaltungsakts i.S.d. VwGO
II. Die wesentlichen Begriffsmerkmale
1. Maßnahme
a) Zweckgerichtetes Verhalten von Personen
b) aus der Sicht des Adressaten
dazu: OVG Schleswig, NJW 2000, S. 1059
c) ungeachtet Bezeichnung und Form
d) Verwaltungsfabrikate automatisierter Verwaltung
2. Verwaltungsbehörde
a) § 1 Abs. 4 BVwVfG; § 1 Abs. 2 VwVfG NW
b) Stelle: eine nach außen relativ selbständig in Ersche inung tretende
Organisationseinheit
c) Aufgaben der öffentlichen Verwaltung: Verwaltung im materiellen Sinne
d) Beliehene und Verwaltungshelfer (Erfüllungsgehilfen der Verwaltung)
- Private als Funktionsträger kraft Aufgabenübertragung zur Innehabung
bzw. Wahrnehmung
dazu: BVerwGE 35, 334 ff.
- public-private-partnership
- Gesetzesvorbehalt für Aufgaben- und Kompetenzübertragung (Belei-
hung)
dazu: OVG NW, DÖV 1980, S. 528 ff.; NVwZ 1997, S. 806 ff.
16
Privatdozent Dr. Christoph Brüning SS 2003
3. auf dem Gebiet des öffentlichen Rechts
Abgrenzung zum Privatrecht nach Abgrenzungstheorien zu § 35 S. 1 VwVfG,
§ 40 Abs. 1 VwGO:
- Interessentheorie
- Subjektionstheorie
- Subjekts- oder Sonderrechtstheorie nach H.J. Wolff: Öffentliches Recht als
Sonderrecht des Staates und seiner Untergliederungen
(zum behördlichen Hausverbot: BVerwGE 35, 103 ff.; OVG Münster, NVwZ-
RR 1989, S. 316 ff.)
4. Regelung
a) Rechtsverbindliche Begründung einer Rechtsfolge durch behördliche
Willenserklärung
b) Abgrenzungsprobleme
- formeller Verwaltungsakt
- Vorbereitungshandlung: § 44 a VwGO, „unselbständige“ Verfahrens-
handlungen
dazu: BVerwGE 34, 248 ff.; BayVGH, DÖV 1978, S. 852 (Androhung
einer Fahrtenbuchauflage)
- Zusicherung eines VA: § 38 VwVfG
- Gutachten, Feststellungen
dazu: BVerwGE 41, 277 ff. (Feststellung der Staatsangehörigkeit)
- Belehrungen, Auskünfte, Warnungen, Empfehlungen
dazu: BVerwGE 53, 106 ff. (110 f.)
- Wiederholende Verfügung und Zweitbescheid
dazu: BVerwGE 44, 333 ff.
5. Einzelfall
a) Unterscheidung von Einzelakt und Norm: speziell-konkrete/generell-
abstrakte Entscheidung
b) Allgemeinverfügung: § 35 S. 2 VwVfG
- Alternative: „Personenkreis“
- Alternative: „Sacheigenschaft“, sog. „dinglicher Verwaltungsakt“, z.B.
Widmung
dazu: OVG NW, NJW 1987, S. 2695 (Umbenennung einer Straße)
- Alternative: „Benutzerkreis“
c) Abgrenzungsprobleme
- konkret- generelle Regelungen
dazu: BVerwGE 12, 87 ff. („Endiviensalat“);
- Verkehrszeichen: BVerwGE 27, 181 ff.; BVerwG, NJW 1980,
S. 1640 f. (VA); BayVGH, NJW 1978, S. 1088 (Rechtsnorm)
- Pläne
17
Privatdozent Dr. Christoph Brüning SS 2003
6. Unmittelbare Außenwirkung
a) Außen- und Innenrechtskreis
dazu: BVerwGE 60, 144 ff. (Beamtenrecht); BVerwG, NVwZ 1995,
S. 910 (Aufsichtsmaßnahmen)
b) Entscheidungen in Sonderrechtsverhältnissen
dazu: VGH BW, DÖV 1984, S. 767 (Nachsitzen)
c) Organisationsakte
d) Verwaltungsinterne Weisungen
dazu: BVerwGE 39, 345 ff.
e) Mehrstufiger Verwaltungsakt
dazu: BVerwGE 28, 145 / BVerwG, NVwZ 1986, S. 556 (Einvernehmen
der Gemeinde bei Baugenehmigung)
§ 11 Zulässigkeitsvoraussetzungen
I. Gesetzliche Grundlagen
Zur Lektüre: Ennuschat, Der Verwaltungsakt und seine Rechtsgrundlagen, JuS 1998,
S. 905 ff.
1. Gesetzliche Ermächtigungen zur Handlungsform
2. Gesetzliche Formgebote


Use: 0.0229